Mars: War Logs – Low Budget RPG mit Potenzial?

600x1
7 Overall Score

fairer Preis | Nutzt alles was das sehr kleine Budget hergab

sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung | etwas zu schwache Story | schlechte PC Umsetzung (XBOX Zeichen überall)

Mars: Play Logs

26.04.2013
Liebes Tagebuch,

heute ist Mars: War Logs erschienen, ein Cyberpunk-Rollenspiel des gerade mal 20 Mann starken französischem Entwicklerteam Spiders Studios. Ich überlege es mir zuzulegen doch der recht günstige Preis von gerade mal 20€ schreckt mich komischerweise ab.

03.05.2013
Habe mir heute Mars: War Logs gekauft.

26.05.2013
Nachdem ich das Spiel nun schon 3 Wochen im meiner Spielebibliothek reifen lassen habe, habe ich mich heute zum installieren und spielen entschieden.

Tag 1:
Ein junger Mann namens Innocence (Unschuld) sitzt auf dem Boden eines fahrenden Güterzuges und erzählt mir seine Geschichte vom Krieg auf dem Mars und wie er gefasst wurde.

Direkt nach der Ankunft im Gefängnistrakt wird Innocence in der Sanddusche auch schon von einem fetten Typen namens Fatso empfangen. Doch kurz bevor Innocence seine Unschuld verliert tritt Roy Temperance auf den Plan und nimmt sich des Jungen an. Als Dank steht Innocence ihm nun als Begleiter zur Verfügung. Denn wie ich jetzt feststellen muss ist es nicht Innocence den wir steuern werden sondern Roy.

Fatso will Rache und ich komme endlich in den Genuss zu kämpfen. Was ist das? XBOX Zeichen? Wie bekomme ich das weg? ESC drücken und in die Einstellungen schauen half mir nicht. Also erstmal weiter mit Tastatur versuchen, vielleicht treff ich ja auch blind die richtigen Tasten. Nachdem ich das also hinbekommen habe erzählt Roy Innocence von seinem Plan aus dem Gefängnis auszubrechen und was dafür alles benötigt wird. Also erkunde ich das Gefängnis und nehme nebenbei zahlreiche Nebenquests an. Mal muss man den Glücksbringer eines Insassen wieder besorgen, mal einem Wärter dazu verhelfen entlassen zu werden.

Tag 2:

Endlich habe ich eine Lösung für die Tastenbelegung gefunden, ein Patch der nachträglich herauskam gibt mir die Möglichkeit eine englische .ini Datei zu bearbeiten. Das dies nicht die benutzerfreundlichste Art ist etwas zu fixen muss ich hier wohl nicht erwähnen. Zumindest kann ich nun die Tasten nach meinen Wünschen belegen wenn auch mit Einschränkungen.

Weiter im Text: Heute muss ich Maulwürfe aus einer Höhle verjagen. Maulwürfe? Wie soll ich das anstellen? Wasser in die Maulwurfshügel füllen? Man sagt mir ich bekäme dafür Waffen. Juchu, endlich kann ich den improvisierten Knüppel wegschmeißen und rumballern… Pustekuchen. Es gibt keine Schusswaffen, mal abgesehen von der mega brutalen Nagelpistole die man mir in die Hand drückt. Also auf zur Maulwurfsjagd, kann ja so schwer nicht werden… dachte ich jedenfalls. Wer hat den da die Schwierigkeitsgrade erstellt? Es gibt 4 davon und ich habe mich für die 2te entschieden, wobei 4 die höchste ist. Auch wenn ich noch 2 Begleiter habe die in den ersten Sekunden des Kampfes auch noch gut ablenken können hauen mich die Maulwürfe zu Brei die im übrigen bis zu 3 Meter groß sind. Doch alles ist machbar, wenn man auch viel Übung und Timing braucht.

Tag 3:

Hat man es endlich aus dem Gefängnis geschafft zeigt sich Mars: War Logs von seiner etwas anderen Seite. Schlauchartige Level sind nicht das beste was die Spielwelt hervorbrachte aber man kann es verschmerzen da man diese Schläuche vor und zurück laufen kann oder auch mit einem anderen Schlauch umgehen kann.

Da ich ein Spieler bin der gerne alles entdeckt und nicht nur die Hauptmissionen absolviert versuche ich mit jedem möglichen NPC zu reden und schnell hat sich der Questlog gefüllt wenn sich die Menge an Quests auch in Grenzen hällt. Einige Konversationen geben Aufschluss woran sich die Entwickler eventuell orientiert haben könnten. Allerdings geht mir der “Arrow to the knee” Joke so langsam auf den Keks.

Tag 4:

Ich scheine mich dem Spielende zu nähern, nachdem ich mich entscheiden musste zwischen dem Widerstand und einem abtrünnigen General nimmt die Story im Gegensatz zum Mittelteil wieder etwas an Fahrt auf. Und was ist das? Ein Maschinengewehr!!! Kommen etwa doch noch Schusswaffen zum Einsatz? Da war die Zwischensequenz auch schon vorbei… Nebenbei darf man sich auch für eine Frau fürs Leben entscheiden, zumindest wenn man sich im Verlauf der Story auch dementsprechend verhalten hat und die richtigen Entscheidungen trifft.

Nach 17 Stunden war für mich dann auch alles schon wieder vorbei, alle Haupt- und Nebenquests erledigt, das beste Ende erreicht, zumindest denke ich das und mir den etwas zu kurz geraten Abspann angeschaut.

Fazit:

Mars: War Logs ist kein TOP-Kracher, verstecken muss es sich aber auch nicht. Das kleine Budget womit die Entwickler zurechtkommen mussten wird für die vielen kleinen Negative des Spiels haupt verantwortlich sein. Viel ungenutztes Potenzial verbirgt sich in dem Spiel, die Story ist zum Anfang etwas grob, baut dann etwas auf, schwächt in der Mitte stark ab und nimmt gegen Ende wieder Fahrt auf. Eine der interessantesten Nebenquests war zum Beispiel die Suche nach einem Serienkiller, man muss Beweise sammeln, Zeugen befragen und darf dann auch noch Richter und Henker sein, für den richtigen oder den falschen Verdächtigen.

Viele NPC-Statisten und einige Auftraggeber scheinen dutzende eineiige Zwillinge zu haben. Da schickt mich NPC#1 zu einem NPC#2 und ich dachte erst der spielt mit mir Hase und Igel. Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich den NPC-Kopf mit der auffälligen Narbe auf der linken Gesichtshälfte gesehen haben.

Auch die Snychronstimmen mussten sich viele NPC’s teilen, da half auch ein leichtes verstellen der Sprecher nicht.

Die Steuerung ist wirklich schlecht umgesetzt, selbst wenn man die .ini Datei bearbeitet hat fand ich keinerlei Möglichkeit im Schnellauswahlmenü (Screenshot) zu navigieren, ich endete damit das ich meinen Controller neben mir liegen hatte und nur für das Rollen in diesem Menü den Stick benutzen musste. Würde das Spiel nicht auf Zeitlupe schalten sobald man dieses Menü öffnet währe diese Lösung allerdings nicht möglich gewesen. Komplett mit Controller zu spielen war ebenfalls keine Lösung für einen Maus-Tastatur Fanatiker wie mich.

Der Fähigkeitsbaum ist schlicht gehalten und wie man sieht (Screenshot) nicht ganz ausbalanciert. Den “Abtrünnigen” Zweig habe ich so gut wie gar nicht benutzt weil er einfach zu viele unbrauchbare Dinge beinhaltet. Kampf, Technomantie und Abtrünniger Zweig sind aufgeteilt in mehrere Level die man freischalten kann, Jede Kraft kann auch einzeln aufgelevelt werden auf maximal Level 3.

Die Waffen und Klamotten können ebenfalls aufgelevelt werden. Hierzu muss man verschiedene Materialien gefunden oder gekauft haben um somit zum Beispiel die Eisenstange mit einem Elektroblitz zu versehen.

Das Spiel wird aus der Sicht von Innocence erzählt und in einem Tagebuch niedergeschrieben, womit sich der Titel des Spiels sowie die Aufmachung dieses Reviews erklärt.

Für 20€ bekommt man ein mittelmäßiges bis gutes RPG mit leichten Zügen von Mass Effect, die Idee keine wirklichen Schusswaffen einzubauen ist ungewöhnlich und wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, allerdings vermisst man sie nach einer Weile kaum noch und der Vollkörperkontakt mit dem Feind hat ja schließlich auch was. Der Wiederspielwert bezieht sich bei mir allerdings höchstens auf einen Speicherstand kurz bevor die endgültige Entscheidung für die Gute oder Böse Seite ansteht.
Mars: War Logs ist seinen Preis jedenfalls wert, wer noch zu viele Zweifel hat, der wartet einfach auf ein günstigeres Angebot.

Trailer:

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Spiele mit einer 7 sind gut, begehen aber in mehreren Kategorien grobe Fehler. Sie können spielmechanisch gut sein, auch wenn sie nichts Besonderes versuchen. Oder sie bieten Innovation, begehen dafür aber spielmechanische Fehler.

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Author: Chris@GPOINT View all posts by

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